Ratgeber Gardinen

Gardinen selber kürzen

Die passende Länge gibt es nicht? Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung kürzen Sie Gardinen und Vorhänge sauber, gerade und ohne Nähmaschine – nur mit Bügeleisen und Saumband.

Viele kennen das Problem: Nach dem Kauf von Gardinen passt die Länge nicht oder der Wunschstoff ist nur in einer Standardgröße verfügbar. Mit ein paar einfachen Handgriffen lässt sich jeder Vorhang individuell auf die gewünschte Länge bringen – ganz ohne Nähkenntnisse.

Bevor es losgeht

Was Sie für das Kürzen brauchen

  • Maßband oder Zollstock – für exakte Längenmessung
  • Schneiderkreide – zum Markieren der Schnittkante
  • Stoffschere oder Rollenschneider – am besten ein Rollenschneider für gerade Schnitte
  • Saumband zum Bügeln – mit hitzeaktivem Klebstoff
  • Bügeleisen – idealerweise mit Dampffunktion
  • Etwas Zeit – ca. 30 Minuten pro Vorhang

Wichtig vor dem Kürzen

Viele Gardinenstoffe laufen bei der ersten Wäsche etwas ein. Wir empfehlen daher, die Gardinen zuerst zu waschen und erst danach zu kürzen. Außerdem brauchen schwere Stoffe 1 bis 2 Tage zum Aushängen, bevor sie ihre endgültige Länge erreichen.

Schritt 1 – Maß nehmen

Die richtige Länge berechnen

Messen Sie zunächst die gesamte Länge der Gardine aus. Ziehen Sie davon die gewünschte Endlänge ab – das Ergebnis ist die Menge, die abgeschnitten werden muss. Vergessen Sie nicht, etwa 2 cm Toleranz und die Breite des Umschlags einzukalkulieren.

Überlegen Sie sich vorab, ob Sie einen breiten oder schmalen Saum bevorzugen – das beeinflusst die Berechnung der Gesamtlänge.

Rechenbeispiel
Gesamtlänge: 160 cm
− Wunschlänge: 120 cm
= 40 cm abschneiden
Die 40 cm beinhalten bereits den Saum-Umschlag und 2 cm Toleranz.
Schritt 2 bis 8 – So gehen Sie vor

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1

Länge messen

Hängen Sie die Gardine 1 bis 2 Tage aus, bevor Sie messen – besonders bei schweren Stoffen. So erreichen sie ihre endgültige Länge.

2

Schnittkante markieren

Zeichnen Sie die berechnete Schnittlinie mit Schneiderkreide gerade auf den Stoff. Bei breiten Vorhängen lieber zweimal nachmessen.

3

Sauber schneiden

Mit einem Rollenschneider gelingt der gerade Schnitt am besten. Alternativ funktioniert auch eine scharfe Stoffschere.

4

Saum umbügeln

Bügeln Sie zuerst einen schmalen Umschlag von ca. 2 cm an der Schnittkante um. Diese Kante verhindert späteres Ausfransen.

5

Saum-Umschlag klappen

Klappen Sie den Stoff auf die berechnete Endlänge nach innen. Der zuvor gebügelte 2-cm-Rand liegt dabei auf der Rückseite.

6

Saumband einlegen

Legen Sie das Saumband zwischen Stoffrückseite und Außenkante des Umschlags ein – durchgehend an der oberen Saumkante entlang.

7

Festbügeln

Bügeln Sie genau über die Stelle, wo das Saumband liegt. Vermeiden Sie direkten Kontakt des Eisens mit dem Klebstoff, sonst klebt es an der Bügelsohle.

8

Auskühlen lassen

Lassen Sie den Stoff ca. 10 Minuten ruhen, damit der Kleber vollständig fest wird und der Saum sich stabilisiert.

9

Aufhängen

Bringen Sie die gekürzten Gardinen an Ihrer Gardinenstange oder Gardinenschiene an.

Gut zu wissen

Tipps für ein perfektes Ergebnis

Saumband löst sich nach dem Waschen?

Das kann passieren. Einfach den betroffenen Bereich erneut mit dem Bügeleisen erwärmen – der Kleber wird wieder aktiv und der Saum hält erneut fest.

Schwere Stoffe ausreichend aushängen

Samt, Velours und schwere Dekostoffe brauchen länger, um ihr Eigengewicht voll zu entfalten. Lieber einen Tag länger warten als zu kurz schneiden.

Erst waschen, dann kürzen

Neue Gardinenstoffe können bei der ersten Wäsche einlaufen. Waschen Sie daher vor dem Kürzen, damit die Länge danach stimmt.

Den richtigen Saum wählen

Ein breiter Saum (8–10 cm) wirkt hochwertig und gibt der Gardine mehr Fall. Ein schmaler Saum (3–5 cm) eignet sich für leichte, transparente Stoffe.

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